Face-to-face mit dem Bürgermeister

 

Dass Jugendliche sich nicht für Politik interessieren, noch dazu Kommunalpolitik, ist ein altbekanntes Vorurteil. Junge Menschen seien zu häufig unsichtbar, wenn es um öffentliche Angelegenheiten gehe, hätten ohnehin keine eigene Meinung, und überhaupt: Besonders großes Wissen, was vor Ort läuft, sei auch nicht vorhanden.

Wer am 14. Juli einen Blick in unser Atrium geworfen hat, wurde eines Besseren belehrt. Hier diskutierten im Rahmen der Kreisjugendkonferenz 2026 insgesamt 130 Jugendliche aus dem Landkreis Passau mit über 30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern ihrer Kommunen sowie Landrat Raimund Kneidinger und weiteren Vertretern aus den Stadt- und Gemeinderäten über ihre Vorstellungen eines guten Lebens vor Ort. Hierzu hatten die Schülerinnen und Schüler während des Vormittags große Plakate entworfen, die auf Stellwenden prangten und verschiedene Forderungen, Vorschläge, Wünsche und Ideen enthielten, was im jeweiligen Wohnort aus der Sicht von Jugendlichen verbessert werden könnte.

Und dies war durchaus eine Menge: Angefangen von guten Busverbindungen im Bereich des ÖPNV über einen deutlich besseren Hitzeschutz in Schulgebäuden, einer Kneippanlage im Vilshofener Ginkopark bis hin zu Radwegen und deren Beleuchtung waren die Anliegen vielfältig. Die Politiker wiederum hörten sich die Vorschläge interessiert an, erklärten, wie sie dazu stehen, und zückten nicht selten ihr Notizbuch, um sich etwas mit Ausrufezeichen zu notieren: Ein Zeichen, dass eine Idee nun auf dem Schirm sein könnte. Für die Jugendlichen selbst war dabei auch die Erfahrung wichtig, dass ihnen seitens der politisch Verantwortlichen zugehört wird, und dass sie mit ihren Anliegen ernstgenommen werden. Was aus den Forderungen wird, bleibt zunächst einmal abzuwarten, aber die Verantwortlichen der Kreisjugendrings, der dieses Format organisiert und bereits seit mehreren Jahren zusammen mit den Landkreisschulen durchführt, fragen immer relativ hartnäckig nach, was denn nun aus den Anliegen geworden ist. Die Erfahrung zeigt: Es wird mehr umgesetzt, als man anfangs meint!

Ein großer Dank gebührt deshalb dem engagierten Team des Kreisjugendrings Passau, allen voran Sandra Straube, für die Planung und Durchführung dieser tollen Veranstaltung. Wir haben uns gefreut, heuer Gastgeber sein zu dürfen! Vielen Dank auch den über 20 Jugendlichen unseres Gymnasiums, die mit Eifer dabei waren, den teilnehmenden Politikerinnen und Politikern und schließlich: Herzlichen Dank unserem tollen Hausmeister Norbert Dobler, ohne den wie so oft wenig gelaufen wäre.

 

OStR Markus Peter