Justiz hautnah und High-Tech in Serie: Exkursionstage in Wirtschaft und Recht


Wie fühlt es sich an, wenn ein Richter sein Urteil spricht? Und wie werden eigentlich Autos mit Verbrennermotor, Elektro- oder Hybridantrieb in ein- und derselben Fertigungslinie montiert? Der Wirtschaft-und-Recht-Kurs 2wr1 der Jahrgangsstufe 12 hatte kürzlich – begleitet von den WR-Lehrkräften Frau Wellisch und Frau Vogl - die Gelegenheit, Antworten auf diese und viele weitere Fragen direkt vor Ort zu finden: außerhalb des Klassenzimmers, mitten im Geschehen.
Der erste Tag führte die Schülerinnen und Schüler direkt in den Alltag des Amtsgerichts Passau. Im Rahmen zweier realer Strafverhandlungen erlebten sie hautnah, wie das Rechtssystem funktioniert. Von der gefährlichen Körperverletzung bis hin zum Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz – sie verfolgten, wie Zeugen aussagen, wie Anwälte argumentieren und wie komplex die „Wahrheitsfindung“ in der Realität ist. Zudem gewannen sie einen Eindruck davon, welch persönliche Schicksale sich hinter Paragrafen verbergen können und wie komplex eine verantwortungsbewusste Urteilsfindung in der Praxis ist. Besonders interessant waren auch die Einblicke des Richters sowie der Rechtspflegerin, die den Schülerinnen und Schülern dankenswerterweise nach den Verhandlungen ausführlich sowohl zu den verhandelten Fällen als auch zu ihrem Arbeitsalltag und möglichen Berufen in der Justiz Rede und Antwort standen.
Nur einen Tag später wechselten die Schülerinnen und Schüler die Perspektive: Sie erhielten einen exklusiven Einblick in die Fertigungsprozesse des global agierenden Automobilkonzerns BMW. Bei einer beeindruckenden, rund 3 km langen Führung durch das Werk in Dingolfing konnten sie den Entstehungsprozess moderner Fahrzeuge live verfolgen und erhielten dabei von den Guides viele wertvolle Hintergrundinformationen. Ob Presswerk, Karosseriebau oder Lackiererei – die technische Umsetzung und Präzision der Abläufe beeindruckte. Ganz besonders faszinierte das „Roboter-Ballett“. So bezeichnen die Mitarbeitenden die hochpräzisen, synchronen Bewegungen zahlreicher, allesamt orangefarbener Industrieroboter, welche im Zusammenspiel wie ein einstudierter, anmutiger Tanz wirken. Ein weiteres Highlight war die sogenannte „Hochzeit“, bei der die vormontierte Karosserie mit dem Fahrgestell (bestehend aus Fahrwerk, Motor, Getriebe und Antriebsstrang) zusammengeführt wird.
Diese beiden eindrucksvollen Praxistage wären ohne das Engagement unserer externen Partner nicht möglich gewesen. Ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtsgerichts sowie des Unternehmens BMW, die diese für das Fach Wirtschaft und Recht so wertvollen, exklusiven Einblicke möglich gemacht und vor Ort begleitet haben!

StRin Marlene Wellisch