„Das war wirklich schön, wieder einmal selbst einen Erzähltext zu schreiben!“ – Mit diesem Kommentar verließen die Schülerinnen und Schüler des Deutschkurses 2d3 im Januar das Klassenzimmer. Sie hatten die spannende Möglichkeit bekommen, sich mit dem Thema Raumgestaltung auseinanderzusetzen, indem sie selbst literarische Kurztexte verfassten. Im Kontext unterschiedlicher Genres sollten Klassenräume beschrieben werden.
Die Freude und Begeisterung, die die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit zeigten, waren deutlich spürbar. Mit viel Elan und Kreativität gestalteten sie Texte, die sehr ansprechend und inspirierend waren. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten der Raumgestaltung erlangten die Schülerinnen und Schüler ein vertieftes Verständnis für die große Rolle, die diese in literarischen Werken spielt. Das ermöglichte ein feineres Gespür dafür, wie diese Elemente zu interpretieren sind.
Im Folgenden finden sich einige herausragende Beispiele der Schülerergebnisse, die die Vielfalt und Einzigartigkeit der entstandenen Arbeiten eindrucksvoll dokumentieren. Beim Lesen kann man bestimmt erfolgreich rätseln, welche Genres gewählt wurden.
OStRin Christina Kehrer 

Es war einmal ein kleines verwunschenes Schloss, ein Internat für kleine Prinzessinnen. Wie jeden Morgen kamen die zwölf Prinzessinnen in ihren wunderschönen lilafarbenen Kleidern voller Vorfreude in den Unterricht. Ihr Klassenraum ist lichtdurchflutet und in einem zarten Rosa gestrichen. An jedem Platz steht eine Vase mit einem Strauß Rosen. Sie nahmen auf ihren Thronen Platz und warteten gespannt auf ihre Lieblingslehrerin Frau Wunderbar. Doch stattdessen trat eine dunkle, unheimliche Gestalt ein und die Rosen verwelkten augenblicklich. Es war Frau Hexe, die grausamste Lehrerin der gesamten Schule. Dunkle Wolken zogen auf und im Raum wurde es schlagartig finster. Die Prinzessinnen saßen verängstigt auf ihren Thronen und machten keinen Mucks mehr.
Frau Hexe verkündete, dass sich Frau Wunderbar heute verspätete und sie in dieser
Zeit den Unterricht übernahm. Frau Hexe stellte unglaublich schwierige Fragen über
die Zauberkunst und bei jeder falschen Antwort verwandelte sie eine der süßen, kleinen Prinzessinnen in eine eklige Kröte. Wenig später war keine der Prinzessinnen mehr übrig und der ganze Raum quakte. Ein hässliches Lachen entkam Frau Hexe und sie verwandelte noch beim Hinausgehen den zuvor wunderschönen Raum in einen stinkenden Sumpf.
Nach einiger Zeit betrat endlich Frau Wunderbar das Klassenzimmer und als sie den quakenden Sumpf erblickte war sie entsetzt. Es dauerte einige Augenblicke bis sie
erkannte, was passiert war, und dass ihre sonst so entzückenden Schülerinnen nun
hässliche Kröten waren.
Es brauchte nur ein paar Schwünge mit ihrem glitzernden Zauberstab und alles war
wieder wie zuvor. Die zwölf Prinzessinnen waren ihr sehr dankbar und fielen ihr um den Hals. Und alle lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Johanna Voggenreiter, Katharina Rimbeck, Elfi Stuchlik, Sophia Wagner, Q12


Ich hasse dieses Klassenzimmer.
Nicht Mathe an sich — sondern diesen Raum. Während der Rest der Schule aus Glas, Stahl
und hellen Fluren besteht, liegt Raum 217 wie ein Fremdkörper mitten im Gebäude. Als hätte
man ihn vergessen. Oder absichtlich nicht angerührt. Die Wände sind mattgrün, die Farbe
blättert in Schuppen ab. Wenn man länger hinsieht, wirken die Risse darin wie Adern.
Die Luft ist schwer, riecht nach Kreide, Staub und etwas Süßlichem, das hier nicht hingehört.
Die Neonröhren über uns flackern, als müssten sie sich jeden Moment neu entscheiden, ob sie
noch leben wollen.
Ich sitze in der ersten Reihe. Immer. Nicht, weil ich will — sondern weil die Lehrerin mich
dann besser sieht. Meine Hände liegen auf dem Tisch, aber sie zittern. Ich presse sie flach auf
die Holzoberfläche, spüre jede Kerbe, jede Einkerbung von Schülern vor mir. Mein Blick
klebt an der Tafel. Zahlen. Funktionen. Beweise. Ich kann das alles. Eigentlich. Was ich nicht
kann, ist aufstehen, wenn die die Lehrerin meinen Namen sagt.
„Wir fragen heute ab.“
Ihre Stimme ist ruhig, sachlich. Genau das macht es schlimmer. Kein Erbarmen, kein Zögern.
Sie steht vorne wie immer, graues Kostüm, Klassenbuch unter dem Arm. Ihr Blick wandert
durch den Raum, als würde sie uns zählen. Mein Herz schlägt mir bis in die Ohren. Dann höre
ich es.
Erst denke ich, es ist die Heizung. Ein dumpfes, feuchtes Geräusch. Ein Dröhnen, das nicht
rhythmisch ist, sondern… lebendig. Die Temperatur im Raum scheint zu steigen. Jemand
hinter mir rutscht nervös auf dem Stuhl herum. Plötzlich ist da etwas an meinen Füßen. Etwas
Warmes. Zähes.
Ich sehe nach unten — ein roter Schleim kriecht über den Boden. Dickflüssig, glänzend, als
würde er atmen. Er schiebt sich zwischen die Tischbeine, umschließt Rucksäcke, Schuhe,
Knöchel. Ein Schüler ganz hinten schreit auf — oder versucht es zumindest. Das Geräusch
erstickt, als würde der Raum selbst den Mund schließen. Ich wage nicht, mich umzudrehen,
aber ich weiß, was passiert. Plätze werden leer. Nicht chaotisch. Nicht laut. Einfach… weg.
„Was soll das?“ sagt die Lehrerin scharf. Der Schleim erreicht die erste Reihe. Meine Schuhe
kleben am Boden. Mein Atem geht stoßweise. Sie schaut auf das Rot, runzelt die Stirn.
„Ist das Blut?“ Dann dreht sie sich um. Hinter ihr türmt sich der Schleim zu einer riesigen
Masse, die fast die ganze Rückwand verschlingt. In seiner Oberfläche bewegen sich Formen.
Zu vertraut. Als hätten sie Gesichter gehabt. Zum ersten Mal sagt sie nichts. Ich sitze noch
immer da. In der ersten Reihe. Und hoffe, dass sie mich nicht aufruft — bevor der Schleim

Sophie Doppelhammer, Patricia Bauer, Hanna Kröll, Maria Fricke, Q12

An einem wunderschönen Dienstag Morgen zwitscherten erstmals nach dem Winter die Vögel und es herrschte eine winterliche Stimmung. Er sitzt in der Pause allein im Klassenzimmer, weil er neu an der Schule ist. Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster und machen den Raum hell und ruhig. Die roten Wände erhellen das Klassenzimmer, auf dem Tisch liegen Rosen vom Valentinstag.Draußen auf der Fensterbank sitzen zwei Tauben. Alles wirkt still, fast ein bisschen magisch. Die Tür geht auf. Sie kommt herein, da sie ihr Essen vergessen hatte. Kurz bleibt sie stehen, als sie ihn sieht. Das Licht fällt auf ihr Gesicht und er spürt ein leichtes Kribbeln im Bauch. sie setzt sich ihm gegenüber, zwischen ihnen liegt eine Rose. Der Raum fühlt sich plötzlich wärmer an. Sie reden zuerst über einfache Dinge, über die Schule und den Tag. Doch das Gespräch fließt von selbst. Er merkt, dass er sich wohl fühlt, obwohl sie sich gerade erst kennenlernen. Er muss lächeln, ohne genau zu wissen warum. Ihre Stimme klingt ruhig und er vergisst für einen Moment, dass er eigentlich neu und allein ist. Als die Pause endet, stehen sie langsam auf. Sie gehen zusammen zur Tür und für einen kurzen Moment treffen sich ihre Blicke. Als sie den Raum verlassen, entdeckt er die Rosen auf dem Tisch. Er denkt daran, dass aus diesem keinen Augenblick vielleicht etwas Neues entstehen könnte und dass dieses Klassenzimmer für ihn etwas Besonderes geworden ist.
Von Emma Urlberger, Nina Stadler, Philippa Schlehaider, Katharina Kellnberger


Die ersten Schüler erscheinen auf ihren Sitzen im allseits bekannten Plenarsaal, das Zentrum erhellt sich und die Aufmerksamkeit richtet sich auf das surrend Form nehmende Hologramm. Zugleich erwachen die Displays auf den Sitzplätzen zum Leben und adaptieren sich an die Präferenzen der Schüler. Die hohe Glaskuppel über dem Saal zeigt wie immer die schöne Aussicht auf den Saturn. Die klare Stimme der Lehrers durchdringt das leere Geplauder der Schüler und kündigt den Beginn des Unterrichts an. Nach einer kurzen Begrüßung setzen sich die Schüler erneut auf ihre überaus bequemen Stühle aus Samt. Währenddessen verändert sich der schwebende Bildschirm hinter dem Lehrer, vergrößert sich und bedeckt die ganze hintere Wand. Darauf ist das 3D-Modell eines Raumschiffs abgebildet. Das neueste Modell der interstellaren Raumflotte der Galaxie. Die Schüler warten gespannt auf das erscheinen der Miniaturversionen, die sicher gleich in Silber vor ihnen schweben werden, bereit für die Schüler, an ihnen herumzutüfteln und sie zu modifizieren. Das Hologramm der Lehrers lächelt, als sich die Schüler kurz darauf in ihre Arbeiten vertiefen. Schon bald ist der Raum vom leisen Summen der Universalwerkzeuge erfüllt und die Metallenen Wände reflektieren die Lichter der Schweißgeräte. Hier und da fallen heiße Metallteile auf den blauen Treppenteppich, verbrennen ihn und werden fast sofort von kleinen blauen Androiden aufgeräumt, welche im selben Zug die Schäden beseitigen, als wäre nichts geschehen. Der Lehrer schmunzelt. So etwas wäre noch for 500 Jahren, als er seinen Mind-Upload machen ließ, nicht möglich und undenkbar gewesen.
Moritz Manetsberger, Simon Eder, Andreas Bürgermeister, Q12

 

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