naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium.   

Das Internet als Treffpunkt rechter Einzeltäter – Florian Hartleb informiert über „Einsame Wölfe“

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Auch über acht Jahre nach den unfassbaren Anschlägen in Oslo und dem Massaker auf der Insel Utфya sind die Bilder immer noch in den Köpfen der Nachrichten-Seher: eine gewaltige Explosion, überall Trümmer, schreiende Menschen, die in Gebüschen oder am Ufer der Ferieninsel Schutz suchen. Was die Welt damals am meisten erstaunte – Experten eingeschlossen – war die Tatsache, dass dieses Blutbad ein einziger Täter vollbracht haben soll, Anders Behring Breivik. Mit ihm trat ein Typus von Täter in Erscheinung, der bisher kaum beachtet worden war und den man in Fachkreisen als „Einsamen Wolf“ bezeichnet. Der aus Passau stammende Autor und Politikwissenschaftler Florian Hartleb, ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des Rechts- und Linkspopulismus, diskutierte hierüber intensiv mit den Oberstufenschülern des Gymnasiums Vilshofen und las dabei auch aus seinem neuen Buch vor, das diese rechtsgesinnten Einzeltäter besonders in den Blick nimmt. Die Idee zu dieser tollen Veranstaltung stammte dabei von Peter Stockinger von der Buchhandlung Kirmse sowie StDin Bärbel Krautloher, die sich auch für die Organisation verantwortlich zeichneten.

„Einsame Wölfe macht besonders gefährlich, dass sie nicht Teil einer größeren Terrororganisation sind“, klärte Hartleb die Schülerinnen und Schüler auf. „Stattdessen verkehren sie in Chatrooms oder Spieleportalen, wo sie dann auf Gleichgesinnte treffen, die ihre perfide Weltsicht teilen.“ Oftmals würden durch den gegenseitigen Austausch bereits vorhandene Überzeugungen und Vorsätze bestärkt, und irgendwann – niemand könne dies genau vorhersehen, schlagen diese Täter dann zu, oftmals aus rassistischen Motiven heraus oder um ein Überlegenheitsgefühl auszuleben. Eine äußerst interessante und ergiebige Diskussion entbrannte schließlich über Ego-Shooter-Spiele und Kriegssimulationen, die in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt sind. Besonders in deren Umfeld, so Hartleb, würden nicht selten rechtes Gedankengut ausgetauscht sowie erste Kontakte geknüpft. Das wollten jedoch einige anwesende Spiele-Fans so nicht gelten lassen. Für sie sind solche Spiele unpolitisch, vielmehr reize es, seine Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen und bestimmte Level zu erreichen. Hierauf folgten noch viele Reden und Gegenreden, was zeigte, dass die Organisatoren mit ihrer Themenwahl genau den Nerv der jungen Leute getroffen hatten. Einig waren sich dann aber letztlich alle, dass die Gesellschaft in der Verantwortung stehe, in dieser Hinsicht Gefährdete zu integrieren. Nahezu alle bisherigen Täter zeichneten sich nämlich durch ein gemeinsames Merkmal aus: Sie waren Außenseiter! Eine offene Gesellschaft, so schloss Hartleb dann auch, müsse immer eine Gesellschaft des Hinschauens sein. So ging eine spannende Autorenlesung zu Ende, die viele Schülerinnen und Schüler merklich zum Nachdenken brachte.

StR Markus Peter

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