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Benefizkonzert für verfolgte Christen

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Christsein war noch nie so gefährlich wie heute. Weltweit werden ca. 100 Millionen Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt! Unter dem Motto „Glaube braucht Bekenntnis, verfolgte Christen brauchen unsere Hilfe!“ möchte deshalb das P-Seminar Religion unter der Leitung von Edeltraud Weber auf dieses viel zu wenig beachtete Thema aufmerksam machen. Seit zwei Jahren organisieren wir in verschiedenen Pfarrgemeinden Informationsveranstaltungen. Zu einem vorherigen Projekt luden wir den syrisch-katholischen Patriarchen Joseph III. Younan ein und begleiteten ihn bei einem eindrucksvollen Solidaritätsmarsch durch die Stadt Vilshofen, um dann gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zu halten. Dabei wurde dem Patriarchen eine Spendensumme von 6000 € überreicht.

Vor kurzem kam auf unsere Einladung hin Schwester Hatune Dogan nach Vilshofen, welche Christenverfolgung schon am eigenen Leib zu spüren bekam.  Sie selbst floh im Alter von fünfzehn Jahren  aus der Türkei, da sie und ihre Familie dort wegen ihres Glauben diskriminiert und schikaniert wurde, nach Deutschland, wo sie bis heute lebt. Jedoch kann sie nicht untätig bleiben. Zusammen mit ihrer Stiftung „Helfende Hände für die Armen“, die Hatune Dogan im Jahr 2011 gründete, versucht sie so oft wie möglich, das Leid der Verfolgten und Gepeinigten zu lindern. Dabei schaut sie nicht nur zu, sondern hilft aktiv mit, indem sie selbst Reisen in die Krisengebiete unternimmt und so auch mutig ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt.

Deshalb wollte das P-Seminar Religion dieses Wirken in Form eines Benefizkonzertes mit anschließender Verköstigung unterstützen. Nach langer Organisation war es am 5. Juli schließlich so weit. Schon am Nachmittag begannen wir voller Tatendrang mit dem Aufbau des Buffets vor der Kirche in Schweiklberg. Bei der Ankunft von Schwester Hatune Dogan, die von Frau Weber vom Bahnhof in Vilshofen direkt zum Ort des Geschehens gebracht wurde, waren wir sehr beeindruckt von ihrer freundlichen und offenen Art. Viel Zeit zu reden blieb jedoch nicht, denn es gab noch viel zu tun. Pünktlich um 19:30 Uhr begann das Programm.

Nach einem feierlichen Orgelstück von Dr. Markus Eberhardt begrüßte Frau Weber die Gäste. Besondere Freude bereitete die Anwesenheit vieler Lehrer und ehemaliger oder aktueller Schulleiter. Die engagierten Schülerinnen Hanna Knittlmayer und Anna-Maria Probst informierten die Anwesenden kurz über das Projekt und die Intentionen des P-Seminars Religion. Die Sopranistin Heidelinde Schmid, das Windorfer Duo, der Windorfer Dreigsang, die Michaeli Musik und die bekannten Vilstaler Sänger unter der Leitung unseres ehemaligen Lehrers Karl Wimber begeisterten das Publikum mit musikalisch hervorragend interpretierten Stücken. Ihre Auswahl spiegelte das Thema Christenverfolgung mit ergreifenden und zu Herzen gehenden Stücken wider, wie zum Beispiel „Selig sind, die Verfolgung leiden“ aus dem „Evangelimann“ von Wilhelm Kienzl oder Johann Sebastian Bachs Arie „Bist du bei mir“.

Dazwischen ergriff Schwester Hatune immer wieder das Wort und berichtete von  äußerst emotionalen und bewegenden Erfahrungen in ihrem Leben. Es war schwierig für sie, die wichtigsten Geschehnisse auf eine so kurze Zeit darzulegen, da sie viel zu viel Schreckliches und Unmenschliches erlebt und gesehen hat. Es ist erschütternd, wie viele schockierende Bilder Hatune Dogan den Zuhörern beschrieb, die sich in ihr eigenes Gedächtnis eingebrannt haben und nicht mehr daraus verschwinden wollen. In vier ergreifenden Reden brachte sie jeden dazu, sich dieser grausamen und angsteinflößenden Umstände bewusst zu werden. Dabei wies sie auch auf ihr Buch „Ich glaube an die Tat“ hin, in dem sie viele solcher Erlebnisse festgehalten hat, wie das von Raman: „Eines Tages hatte Ramans Familie an ihrer Haustür einen Stoffbeutel gefunden. Darin ein Stück Seife und ein Leinentuch – eine Schreckensbotschaft, mit der die IS-Milizen in Syrien Menschen terrorisieren ... Die Botschaft ist makaber und deutlich: Morgen seid ihr dran. Morgen wäscht man eure Leichen. Morgen hüllt man euch in ein Leichentuch.“ Eine unglaubliche Geschichte, schockierend und unfassbar. Und doch so real.

Nach dem von Dr. Markus Eberhardt auf der Orgel gespielten Te Deum von Max Reger schloss Archimandrit Dr. Abraham-Andreas Thiermeyer das Konzert mit einem Fürbittgebet für die verfolgten Christen ab, bei dem alle Konzertbesucher –  wie auch beim abschließenden gemeinsamen Kanon  „Herr bleib bei uns“ – kräftig miteinstimmten.

Die Gäste erwartete im Anschluss eine von uns Schülern selbst zubereitete kulinarische Verköstigung in Form eines Buffets. Für ausreichend Getränke war dank der großzügigen Spende von Arcobräu Moos auch  gesorgt. Trotz der späten Abendstunde blieben noch viele Leute und genossen die angenehme Atmosphäre der lauen Vollmond-Sommernacht. Schwester Hatune Dogan war mit ihrer fesselnden und mitreißenden Art zu erzählen gerne bereit, Interessierten ausführliche Antworten auf ihre Fragen zu geben.

Am Ende des Abends konnte das P-Seminar eine Spendensumme von 2500 Euro vorweisen, die Schwester Hatune bei ihrer noch im Juli anstehenden Reise nach Syrien und in den Irak für die dort unter Verfolgung leidende Christen verwenden wird.

Unser Dank gilt allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben: Den Künstlern, den Sponsoren, den Spendern und allen Helfern ein herzliches „Vergelt´s Gott“!

Anna-Maria Probst (Q11), Jessica Pöschl (Q11), P-Seminar K

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