Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Am Ort des Verbrechens: Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen besuchen die KZ-Gedenkstätte Dachau

b_230_0_16777215_00_images_Fachbereiche_Geschichte_G_Dachau_1.jpg

Es war das Konzentrationslager, das mit deutlichem Abstand am längsten vom NS-Regime genutzt wurde. Hier wurden Menschen interniert, die politisch anderer Meinung waren als die NSDAP und ihre Anhänger; Menschen, die nicht in die Ideologie der Nationalsozialisten passten; Menschen, die aus verschiedensten Gründen anders waren und die man schließlich zum Objekt degradierte und ihre Arbeitskraft ausbeutete, wobei viele Tausende den Tod fanden. Das Lager - ehemalige Häftlinge beschreiben es als Ort der Rechtlosigkeit und des Ausgeliefertseins - war damit ein Ort des Leidens und des Sterbens zugleich. Und besonders hier kann man nachempfinden, welche ungeheuren Verbrechen in Europa während der nationalsozialistischen Diktatur begangen wurden, denn Dachau stand Pate für viele weitere Lager, die in einem regelrechten System miteinander verbunden waren.

Unsere Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe machten sich Mitte Juli nun selbst ein Bild von diesem Ort und erfuhren im Rahmen von mehreren Führungen über das Gelände, was es für die Häftlinge bedeutete, in einem Konzentrationslager inhaftiert zu sein. Schon am Eingangstor, wo der Satz "Arbeit macht frei" in eisernen Lettern zu lesen ist, wurde den Jugendlichen klar, dass hier Menschen verhöhnt wurden, denn besonders ab Mitte und den späten 30-er Jahren gab es aus den Lagern praktisch kein Entkommen mehr. Ein Blick in die leider aus Pandemiegründen noch verschlossenen Häftlingsbaracken offenbarte dann, unter welchen Umständen und vor allem auf welchem Raum die Männer zusammenleben mussten: Geschlafen wurde in Stockbetten, oftmals sogar mit mehreren Häftlingen in einem Bett, morgens waren die Strohsäcke glattzuklopfen, den schikanösen und menschenverachtenden Anweisungen der Kapos und des Wachpersonals war strikt zu folgen und die Nahrung war in keiner Weise ausreichend, um den Bedarf im Zuge der schweren körperlichen Arbeit zu decken. Die stundenlangen Zählappelle, die morgens und abends durchgeführt wurden, gingen zusätzlich an die Substanz, physisch wie psychisch. Sichtlich betroffen und sehr nachdenklich besuchten die Schülerinnen und Schüler dann auch das Gebäude mit den Krematoriumsöfen, in welchem sich auch eine Gaskammer befand. Vermutlich wurden hier Versuche mit Häftlingen durchgeführt, um zu studieren, wie eine solche Massentötung in einem festen Gebäude erfolgen kann. Die daraus gewonnen Erkenntnisse - ebenso wie bei den T4-Aktionen mit mobilen Vergasungswagen - flossen dann in die Konzeption der Gaskammern der Vernichtungslager ein. Anschließend bestand für die Exkursionsteilnehmer die Gelegenheit, sich die Dauerausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Lagers anzusehen. Trotz bereits fortgeschrittener Zeit nutzten dies viele und gewannen so weitere Einblicke in die Lebensgeschichte der Opfer sowie die Geschichte des Lagers. Trotz der sehr belastenden und speziellen Thematik äußerten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Rückfahrt durchwegs positiv: Informativ und interessant sei es gewesen, konkrete Bilder zu den Unterrichtsinhalten habe man nun im Kopf. Und besonders die Zehntklässler ergänzten schließlich noch: "Endlich war es möglich zu fahren. Wir mussten über ein Jahr darauf warten."

OStR Markus Peter 

b_351_275_16777215_00_images_Fachbereiche_Geschichte_G_Dachau_2.jpg b_368_279_16777215_00_images_Fachbereiche_Geschichte_G_Dachau_3.jpg

  

Gymnasium Vilshofen

Prof.-Scharrer-Str. 19
94474 Vilshofen a. d. Donau

Telefon/Fax

Telefon: +49 8541 91920
Fax: +49 8541 919240