Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Wenn die Bürgermeister lauschen: Jugendliche formulieren ihre politischen Interessen

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Fast 100 Jugendliche aus dem Landkreis Passau trafen sich schon vor den Osterferien im Atrium unseres Gymnasiums, um klarzumachen, worum es ihnen geht: Bei der Kreisjugendkonferenz 2022, die heuer gottseidank wieder in Präsenz und "zum Anfassen" stattfinden konnte, haben sie nicht nur erfahren, was Kommunalpolitiker wie Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte oder der Landrat alles entscheiden können, sondern sie entwickelten darüber hinaus auch Ideen, wie das Leben für junge Menschen in den Städten, Märkten und Dörfern des Landkreises attraktiv, angenehm und leichter gestaltet werden könnte: Wo können Jugendliche beispielsweise ihre Freizeit verbringen? Gibt es genügend Busverbindungen in den nächsten Ort oder die nächste Stadt? Wer sorgt endlich für eine Datenverbindung, mit der man wirklich für die Schule arbeiten kann und die nicht ewig braucht? Es waren einige Anliegen, die im Laufe des Vormittags formuliert und dann auch an die zuständigen Politiker herangetragen wurden.

Sandra Straube und ihr Team vom Kreisjugendring Passau hatten die Veranstaltung bestens vorbereitet, sodass die Jungs und Mädels aus den unterschiedlichsten Schulen des Landkreises gleich loslegen konnten: Karola Kellner, die versiert und kompetent durch den Tag führte, stimmte die Jugendlichen gleich passend ein: Wichtig sei heute, was sie wollen würden und wie man seine Forderungen formulieren und dann auch vorbringen und durchsetzen könne. Interessant: Auf die Frage hin, wer von den Jugendlichen denn glaube, dass Politiker ihnen zuhören und sich für sie interessieren würden, war die Rückmeldung zu Beginn noch sehr geteilt. Offenbar hatten viele noch keine guten oder gar keine Erfahrungen mit Politikern oder politischen Entscheidungsprozessen gemacht. Das sollte sich aber schon bald ändern: Nach einem Infoteil, bei dem deutlich gemacht wurde, worüber Kommunalpolitiker wirklich abstimmen können und was leider nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt, war Brainstorming und Austausch gefragt. Nach Heimatorten oder nach Projektideen bzw. Anliegen gruppiert, wurden Ideen entwickelt, Anliegen notiert und Forderungen an die Kommunalpolitik formuliert. Die allermeisten Jugendlichen erinnerten sich dabei auch an einen Tipp Karolas: "Unterbreitet doch auch einen Vorschlag, was ihr konkret zu eurem Wunsch beitragen oder wie ihr euch einbringen könnt. Dann wird das Neinsagen für die Politiker schon deutlich schwieriger." Am Ende der Arbeitsphase hatten dann alle Gruppen ihre Anliegen auf großen Stellwänden fixiert. Es war alles bereit für den eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung: Den Besuch der Politiker!

Und die kamen dann auch alle: Sandra Straube hatte Landrat Raimund Kneidinger sowie alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen eingeladen, aus denen auch Schüler vor Ort waren. Und wenn diese keine Zeit hatten: zumindest jemand vom Stadtrat war in jedem Fall da! Nach einer kurzen Einweisung wurden die Politiker dann ins Atrium gebeten und hörten sich die Anliegen der Jugendlichen an. Und die hatten es durchaus in sich: Wo soll die örtliche Jugendgruppe hin, gibt es denn im Dorf keinen Raum für sie? Könnte man denn keinen Skater-Platz im Ort einrichten? Oder auch eine Anregung aus dem Gymnasium Vilshofen: Wie können wir als Gesellschaft insgesamt mehr Toleranz zeigen? Der ÖPNV wurde von den Jugendlichen übrigens recht häufig als Entwicklungsfeld genannt.  Bei vielen Gesprächen wurden Notizzettel gezückt, oftmals auch gleich Zusagen gemacht. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird Sandra Straube in den kommenden Wochen und Monaten nachhaken, was aus den Anliegen geworden ist und was umgesetzt wird.

So ging ein überaus interessanter und spannender Vormittag zu Ende. Und siehe da: Am Schluss war kaum noch ein Teilnehmer der Meinung, ihm werde von der Politik nicht zugehört. Ein neues Vertrauen, dem bitte möglichst viele Taten folgen mögen! Wir bedanken uns sehr herzlich bei Karola Kellner für die tolle Moderation, bei Sandra Straube und ihrem Team für die Organisation und die sehr gute Zusammenarbeit sowie bei Frau Traunspurger für die leckere Verpflegung und bei Norbert Dobler für die Logistik und den tollen Auf- und Abbau!

OStR Markus Peter

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