Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Training mit dem Weltmeister: Gedächtnissportler Daniel Jaworski gibt Tipps fürs Lernen

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Historische Jahreszahlen und geschichtliche Daten lernen – für viele Schülerinnen und Schüler, aber auch für die meisten Erwachsenen eine mühsame und trockene Angelegenheit, wenn nicht gar ein Graus!  Nicht so für den Kasseler Gedächtnisweltmeister Daniel Jaworski: Nachdem dieser 2014 einen Deutschlandrekord aufgestellt hatte – 9200 Nachkommastellen der Kreiszahl π – gab er 2016 innerhalb von nur 39 Minuten 407 historische Jahreszahlen, die er sich zuvor eingeprägt hatte, korrekt wieder und stellte damit einen Weltrekord auf. Ein Genie, mag nun der ein oder andere denken. - Vielleicht, vor allem aber auch: Technik und Übung. Davon durften sich nun die Mitglieder der Begabtengruppe und zahlreiche weitere Interessierte überzeugen. In einem digitalen Workshop zeigte ihnen der Weltmeister, was man sich alles merken kann, wenn man es nur richtig macht.

In insgesamt zwei Einheiten führte Daniel Jaworski seine Zuhörerschaft in die Grundlagen des Gedächtnistrainings und der verschiedenen Merktechniken ein. Begriffe wie Körperroute, Loci-Technik oder Kettenmethode bzw. Geschichtentechnik wurden dabei erklärt und an praktischen Beispielen veranschaulicht. Was den verschiedenen Techniken gemeinsam ist? Immer geht es darum, Verknüpfungen zu Bildern, Orten auch Lauten herzustellen, etwa wenn man sich verschiedene Zahlen oder Begriffe in bestimmter Abfolge merken soll. Die Namen aller deutschen Bundespräsidenten seit 1949 oder die Elemente des Periodensystems sind so innerhalb einer überschaubaren Zeit memorierbar. Die Loci-Methode ist hierbei besonders hilfreich. Unter einem Loci-Raum versteht man letztendlich eine Struktur, die jeder für sich selbst definiert, z.B. ein bestimmtes Zimmer oder ein bestimmter Weg, z.B. der Schulweg. Einzelnen feste Punkte in diesem Zimmer bzw. auf diesem Weg – die Tür, der Lichtschalter, ein Regal oder ein Straßenschild sowie die Bushaltestelle – werden dann mit Inhalten bzw. lebendigen Bildern verknüpft. Diese Methode ermöglicht es, sich ohne großen Aufwand eine Abfolge von Dingen zu merken.

Im Rahmen des zweiten Workshops stellte Daniel Jaworski dann den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten vor, sich durch Lautassoziationen und Bilder Vokabeln zu merken (Schlüsselwortmethode) und führte sie in das sogenannte MajorSystem ein, mit Hilfe dessen er seinen Weltrekord aufgestellt hatte. Dabei handelt es sich nun um eine Memotechnik, mittels derer es gelingt, sich eine große Menge an Zahlen einzuprägen. Und so zeigte er den Schülerinnen und Schülern auf, dass auch sie in der Lage sind, in relativ kurzer Zeit 30 Nachkommastellen der Kreiszahl π auswendig zu lernen. Das kam offensichtlich gut an: „Das Gedächtnistraining mit Herrn Jaworski war sehr interessant und faszinierend. Auch Methoden wie die Loci-Technik finde ich für das tägliche Lernen sehr hilfreich. Das werde ich aus dem Gedächtnistraining für später mitnehmen und auch anwenden“, war beispielweise eine Teilnehmerin überzeugt. Und wer bisher immer der Meinung war, unser Schulhaus sei viel zu weitläufig, der weiß nun sicher, dass dieser Loci-Raum nahezu unendlichen Platz für Inhalte bietet. Man muss es nur einmal ausprobieren...

 OStRin Monika Siegharter

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