Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Zehn Jahre GAPP: USA-Austausch im Jubiläumsjahr

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Wie schön die Feier runder Geburtstage ist, besonders in jungen Jahren, kennt jeder aus dem eigenen Leben. Das Gymnasium Vilshofen kann heuer stolz darauf sein, in das zehnte Jahr des USA-Austauschs zu gehen. So machte sich am 12. Oktober eine Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern für dreieinhalb Wochen auf den Weg an die Lincoln Sudbury Regional High School in der Nähe von Boston und kehrte mit einmaligen und voller Begeisterung aufgenommenen Eindrücken in die deutsche Heimat zurück.

Nach den ersten Erlebnissen in den individuellen Gastfamilien traf sich die Gruppe am Columbus Day zum Kanufahren auf dem Concord River, was nicht nur großen Spaß bereitete, sondern auch für das „bonding“, das Zusammenwachsen der deutschen und amerikanischen Gruppe, sehr wichtig ist: Sich im Gespräch beim Sport (ein Teil der Truppe erfand dabei das neue Spiel des „football rowing“) oder beim Betrachten der wunderbaren Herbstlandschaft kennenzulernen, ist eine einmalige und zentrale Erfahrung. In der Folge gestaltete sich der Schulalltag dementsprechend vertraut und unsere Mädels und Jungs gingen mit großer Freude mit ihren amerikanischen Gastgebern in deren Unterricht. Im Mittelpunkt stand der Besuch des Deutschunterrichts, was sich deshalb als abwechslungsreich herausstellte, da das Deutschprogramm an LS zu den größten in New England zählt und die ganze Bandbreite von den freshmen bis zu den seniors beobachtet werden kann. Um den eigenen Interessen unserer Gruppe noch besser gerecht zu werden, wurde an zwei Tagen das Programm „Rent-a-German“ organisiert, bei dem die Deutschen entsprechend ihren Wünschen von Amerikanern in deren besonderen Unterricht mitgenommen wurden: Dabei lernten unsere Jugendlichen auch Fächer kennen, die es am Gymnasium Vilshofen gar nicht gibt, wie zum Beispiel Rock Climbing, American History, Chinesisch, Adventure Games oder Woodworking. Zudem hielten die Vilshofener in den einzelnen Kursen Referate zu den Themen „Social Media in Germany and the US“, „30 Jahre Mauerfall“, „Gun laws in Germany and the US“ sowie „Fridays for Future.“ Daraus entwickelten sich lebhafte Diskussionen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern und mögliche Gründe dafür. Zusätzlich wurde mit dem Wellness Department (Sport) ein von uns vorbereitetes GeoCaching-Projekt durchgeführt, bei dem die Amerikaner an fünf verschiedenen Stationen bayerische Spiele und Sportarten durchführen und dabei Punkte sammeln mussten – viel Spaß und Situationskomik eingeschlossen!

Unsere Schüler waren aber nicht nur an LS präsent: Die langjährigen Kontakte zur Curtis Middle School sowie zur Nixon Elementary School wurden durch Besuche des dortigen Unterrichts vertieft. Dass dabei kräftig die Werbetrommel für das Deutschprogramm und den Austausch gerührt wurde, versteht sich von selbst – dass wir auch heuer wieder insgesamt eine Reichweite von rund 400 Schülern in Amerika hatten, ist bei 15 deutschen Teilnehmern nicht selbstverständlich, und für diesen Einsatz möchte ich allen ganz herzlich danken! Damit sichert ihr die Zukunft des Austauschs ganz entscheidend mit!

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Zudem wurden wir anlässlich von Halloween zu einem Abend mit pumpkin carving eingeladen; der eine oder andere selbst geschnitzte Kürbis wurde anschließend neben den Eingangstüren der Häuser unserer Gastfamilien gefunden und lockte die Kinder zum trick-or-treating. Daneben organisierte der German Club an unserer Partnerschule auch ein vorgezogenes Thanksgiving Dinner, um den ältesten Feiertag der USA, der sich nächstes Jahr zum 400. Mal jährt, würdig zu begehen: Was waren der Truthahn und all die Beilagen lecker!

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Wahre Highlights waren aber auch die Studienfahrten an den Atlantik, nach New York City und Boston. Mit dem Schiff stachen wir in See, um den Spuren der Wale und Delfine zu folgen, die sich recht zahlreich beobachten ließen. Auch ließen wir es uns nicht nehmen, trotz der kühlen Temperaturen an den Strand zu fahren und dort ein (Fuß)bad im noch kühleren Ozean zu nehmen.

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Während der vier Tage in New York City wurde die physische Belastbarkeit der Gruppe getestet: Am Ende kamen wir auf fast 50 Kilometer Fußmarsch durch diese unglaubliche, faszinierende und einmalige Metropole. Von der Brooklyn Bridge über die Wall Street und das Finanzviertel, von einer Fahrt mit der Fähre nach Staten Island im Hafen der Weltstadt über einen Besuch von Liberty Island, dem Standort der Freiheitsstatue, und Ellis Island, dem Ort, an dem sich das Schicksal von rund 13 Millionen Einwanderern in die USA entschied, vom traumhaft schönen Brighton Beach im Süden Brooklyns, einem Viertel, in dem überwiegend osteuropäische Amerikaner ihre Heimat gefunden haben, zu einer Besichtigung des Hauptquartiers der Vereinten Nationen, vom Central Park über die Grand Central Station zum Times Square, von Chinatown und Little Italy über den Highline Park bis zum Rockefeller Center, dessen atemberaubender Ausblick auf die Millionenstadt sogar Hartgesottenen die Freudentränen in die Augen trieb – wir haben nichts ausgelassen, was in vier Tagen möglich war!

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Auch die Studienfahrt nach Boston, die Wiege der Unabhängigkeit der USA, gestaltete sich sehr interessant: Anhand des Freedom Trails lernten wir die Stationen auf dem Weg zur Eigenständigkeit Amerikas kennen, konnten auf einer Tour durch das State House die imposante Gestaltung des Parlaments bewundern, betrachteten im Nobelviertel Beacon Hill die für Halloween beeindruckend vielseitig dekorierten Backsteinhäuser und fuhren abschließend nach Cambridge, um der weltberühmten Harvard University einen Besuch abzustatten. Liebe GAPPers, lasst euch von der akademischen Welt begeistern und sucht euch eine Uni mit Kontakten in den USA!

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Mit Tränen der Traurigkeit angesichts des Abschieds, aber auch Tränen der Freude über das gemeinsam Erlebte stiegen wir am Ende unseres Besuchs in den Bus, der uns zum Flughafen brachte. Sehr herzlicher Dank gilt unserer hochgeschätzten Kollegin Joan Campbell, die uns zusammen mit ihrem Deutschteam unvergessliche Eindrücke vermittelte, sowie Herrn Matzinger, der als unverzichtbarer Bestandteil des GAPP-Teams bereits zum vierten Mal mit von der Partie ist! Long live GAPP – wir freuen uns auf den Gegenbesuch und viele weitere von höchster Motivation und Begeisterung geprägte Austauschjahre!

OStR Dr. Christian Große (GAPP Director)

Gymnasium Vilshofen

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