Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

GymVof goes East – Studienfahrt der 11. Klassen nach Israel

Am 21.10. war es zum dritten Mal soweit: Eine Schülergruppe des Gymnasiums Vilshofen machte sich auf in den Nahen Osten, um Israel und Palästina zu besuchen. Vorbereitet wurde die Fahrt zum einen durch einen eintägigen Workshop, der an der Schule von zwei Referenten des Mideast-Freedom-Forum abgehalten wurde. Zum anderen konnten die Schüler/-innen wenige Tage vor der Fahrt bei einer Reihe von Gesprächskreisen im Rahmen von „Meet a Jew“ mit jungen Jüdinnen und Juden über alle Fragen zu den Themen jüdisches Leben und jüdische Kultur, aber auch über den tagtäglichen Antisemitismus sprechen und so Eindrücke aus erster Hand gewinnen. Finanziell unterstützt wurde die Reise vom Bayerischen Jugendring und dem Bayerischen Kultusministerium, die die Fahrt im Rahmen der Bayerisch-Israelischen-Bildungskooperation förderten, von der Axel-Springer-Stiftung, die sich insbesondere für die Vertiefung der deutsch-israelischen Beziehungen einsetzt und vom Freundeskreis des Gymnasiums Vilshofen, der die Kosten für den Besuch in Yad Vashem übernahm.

So präpariert und großzügig unterstützt kamen also die Schüler/-innen in Tel Aviv an. Begleitet wurden sie dabei von Frau StDin Vogl und Herrn StD Dr. Konrad Wieland sowie einer Gruppe von sechs Referendar/-innen des Studienseminars. Die Reiseleitung vor Ort übernahm Herr Bertil Langenohl vom Jerusalemer Reisebüro SK-Tours. Schon am Flughafen wurden die unmittelbaren Folgen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt deutlich: Busfahrer sind rar geworden in Israel. In touristischen Spitzenzeiten wie dem Spätherbst können es sich die verbliebenen Fahrer daher aussuchen, wann und wo sie arbeiten. Statt wie gewöhnlich von einem Fahrer durchs Land gebracht zu werden, waren es auf dieser Fahrt fünf – und man konnte immer nur hoffen, dass sich für den nächsten Tag ein neuer, halbwegs pünktlich auftauchender Fahrer finden würde. Zum Glück gelang dies aber doch und die Reise durch das Land konnte wie geplant vonstatten gehen.

Die Fahrt bot der Reisegruppe eine überwältigende Menge an Impressionen und Erlebnissen. Ziele waren unter anderem der See-Genezareth, die Quellen des Jordan, ein Besuch der israelisch-syrischen Grenze am Bental-Berg ganz im Norden des Landes und der Besuch auf der Felsenfestung Massada am Toten Meer, wo ein kurzer Badestop einfach dazugehören musste. Zudem durften natürlich wie bei jeder Israelreise Aufenthalte in Jerusalem und Tel Aviv – den beiden Polen des Landes – nicht fehlen. An dieser Stelle alle Stationen und Inhalte aufzuzählen, würde den Rahmen bei Weitem sprengen. Neben dem Gang durch das moderne Tel Aviv mit seinen Wolkenkratzern und durch die Jerusalemer Altstadt mit ihren religiösen Bauwerken wie der Grabeskirche, dem Felsendom und der sog. Klagemauer ragen aber vielleicht besonders die Eindrücke heraus, die die Gruppe bei den Gesprächen mit den Menschen vor Ort erhielt. So berichtete ein junger Palästinenser, wie sich das Leben in einer arabischen Großfamilie in der Westbank gestaltet. Zwei Kibbuz-Mitglieder erzählten von der Geschichte und Arbeitsweise dieser sozialistisch geprägten agrar-industriellen Betriebe und ein junger Lehrer lud die Gruppe ein, an einer Unterrichtsstunde teilzunehmen, bei der israelische und arabische Kinder zusammen unterrichtet wurden. Bedrückend und berührend gestaltete sich der Besuch des Museums Yad Vashem, das den Holocaust thematisiert und allen Opfern des Nazi-Terrors eine Stimme geben will. Besonders beeindruckte aber der Vortrag Gil Yarons, des ehemaligen Nahost-Korrespondenten der Zeitung Die WELT und gegenwärtigen Vertreters des Landes Nordrhein-Westfalen in Israel. Er fasste prägnant die Problemkreise zusammen, die sich im Nahen Osten erkennen lassen: die fehlende Identifikation der Bürger mit ihrem Staat, die mangelnde Bildung der Menschen, die massive Benachteiligung der Frauen und die Herausforderungen, die der Klimawandel für diesen Trockenraum mit sich bringt. Während die Nachbarländer kaum Antworten auf diese Probleme fänden, habe Israel hier in den letzten Jahren und Jahrzehnten Vorbildliches geleistet. So sei z. B. hier die Wasserversorgung nicht nur für die eigene Bevölkerung gesichert. Aufgrund effizienter Meerwasser-Entsalzung und einer weltweit einzigartigen Wasser-Recycling-Quote von über 75 % sei es in den letzten Jahren sogar möglich geworden, den Wasserstand des Sees Genezareth wieder zu stabilisieren und die Wasserlieferungen nach Jordanien über das Doppelte der vertraglich besprochenen Liefermengen hinaus zu steigern. Während Israel und der Nahe Osten seinen Worten zufolge häufig mit Problemen und Krisen identifiziert würden, könne man hier demnach auch lernen, wie sich auf Herausforderungen pragmatische und effiziente Antworten und Lösungen finden ließen.

Voller neuer Eindrücke und mit vielen interessanten Gedanken im Kopf machte sich die Reisegruppe schließlich nach neun Tagen wieder auf den Nachhauseweg. Zum Glück konnten die Schüler/-innen in den unmittelbar folgenden Allerheiligenferien ihre vielen Eindrücke sacken lassen und über ihre Erlebnisse nachdenken. Wer weiß, für so manche oder so manchen wird es vielleicht nicht der letzte Besuch in Israel gewesen sein?

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Massada
Hand in Hand Schule
Kibbuz Sde Eliahu

... und auch an der Schule haben die Planungen für die nächste Studienreise bereits begonnen, ganz gemäß einem alten Wunsch, mit dem man sich am Jom-Kippur-Tag in Israel verabschiedet:  L'Shana Haba'ah B'Yerushalayim – nächstes Jahr in Jerusalem!

StD Dr. K. Wieland

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