Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Eine Reise durch die Erdgeschichte

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Kann man sich 350 Millionen Jahre vorstellen? Diesen Versuch unternahmen rund 20 Schüler/-innen unseres Gymnasiums auf einer Exkursion im Rahmen des Geologie-Unterrichts. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften, StRin Anja Trippensee und StD Konrad Wieland.

Auf ihrer Fahrt informierte sich die naturwissenschaftlich interessierte Reisegesellschaft am „GEO-Zentrum an der KTB“ in Windischeschenbach über die Tiefbohrung, die dort in den 1990er-Jahren stattgefunden hatte. Diese Bohrung gibt Aufschluss darüber, welche Gesteinsschichten vor rund 350 Millionen Jahren gebildet und später verformt und umgeformt wurden. Hier erfuhren die Schüler/-innen etwa, dass bis heute wichtige technische Innovationen bei der Tiefbohrung erprobt wurden. So werden seit damals flexible und steuerbare Bohrgestänge eingesetzt. Diese ermöglichen, dass z. B. Öl- oder Gaslagerstätten „nachgebohrt“ werden kann, ohne dass neue Bohrungen angesetzt werden müssen. Gäbe es diese Technik nicht, würden die Treibstoffpreise heutzutage um ein Vielfaches höher liegen, als sie es bereits tun. Praktischen Unterricht erhielten die Schüler/-innen in den Laboren der KTB, wo sie lernten, wie Gesteine analysiert und kategorisiert werden können. Etwas jüngere Schichten erwanderten die Schüler/-innen am zweiten Tag der Exkursion. Auf einem Marsch von Kelheim nach Weltenburg standen die - immerhin rund 150 Millionen Jahre alten - Kalkgesteine der Jura Zeit auf dem Programm. Tausende von Jahre dauert es, bis ein Tropfstein auch nur wenige Millimeter wächst; im „Schulerloch“, einer Tropfsteinhöhle in diesem Gebiet, konnten wir metergroße Exemplare bewundern. Recht jung hingegen ist der Lauf der Donau bei Weltenburg: Vor „lächerlichen“ 80 000 Jahren verlegte sie ihren Lauf und nutzte fortan das Bett eines viel kleineren Flusses. So kommt es, dass sich die breite Donau bei Weltenburg durch einen engen Durchbruch zwängt und dabei markante Felsformationen herausarbeitet. Recht jung schließlich ist auch der auf der Exkursion besuchte Hohe Parkstein. Dabei handelt es sich um einen Vulkankegel, der vor rund 24 Millionen Jahren entstand, als sich weit im Süden die Alpen hoben und dabei die Gesteine bis in die Oberpfalz bewegt und geologische Prozesse in Gang gesetzt wurden. Dass die Schüler/-innen all das erfahren konnten, ermöglichte dabei auch der Freundeskreis des Gymnasiums Vilshofen, der die Kosten für sämtliche Eintritte und Kursgebühren übernahm. Dafür sei ihm an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gedankt! Kann man sich also 350 Millionen Jahre vorstellen? Sicher nicht! Zu lange ist die Zeitspanne. Aber wir sehen bis heute die damals gebildeten Formationen und leben von den in dieser unendlich langen Zeit gebildeten Ressourcen. Die wichtigste Lehre der Exkursion dürfte deshalb die Einsicht sein, dass wir verantwortungsbewusst mit diesem Erbe umgehen und auf den Erhalt unseres Lebensraumes achten müssen.

StD K. Wieland

 

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