Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Das wandernde Klassenzimmer – Vilshofener Geologen unterwegs in den Bayerischen Alpen

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Geologie kann man nicht einfach theoretisch erlernen – Geologie muss man erleben. Getreu diesem Motto machte sich Mitte Oktober eine Gruppe von rund 40 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Vilshofen auf den Weg in die bayerischen Alpen, um dort die Entstehung dieses Gebirges und seine Formung durch die Gletscher zu erkunden. Begleitet wurden die Jugendlichen, die allesamt das Fach Geologie belegen, von ihren Lehrkräften Frau Trippensee und Herrn Wieland.

Der erste Tag führte die entdeckungsfreudige Truppe in den Nationalpark Berchtesgaden, wo sie bei herrlichem Herbstwetter auf einer der schönsten Wanderstrecken der nördlichen Kalkalpen die Wimbachklamm und das Wimbachtal erkundete. Das Wimbachtal beeindruckt durch den größten Schuttstrom Europas und bietet mit seinen über hunderte von Metern aufragenden Kalksteinwänden einen äußerst imposanten Einblick. Imposant ist aber auch die Entstehungsgeschichte dieses Teils der Alpen: Vor rund 190 Millionen lagerten sich in einem tropischen Meer mächtige Kalkschichten ab, die von unglaublich großen Kräften später gefaltet und in die Höhe gehoben wurden. Zeugen davon sind die hier zu findenden Fossilien im Gestein. Der Zahn der Zeit – oder vielmehr die Kräfte der Verwitterung und Erosion – zerkleinerten das Material und schufen tiefe Taleinschnitte und legten geologische Schichten frei, die uns eine Reise zurück in die Zeit ermöglichen. Staunend betrachteten die Schülerinnen und Schüler dabei zum Beispiel die mächtige westliche Talwand, die mit ihren Gesteinsbänken einen Einblick in rund 15 Millionen Jahre Erdgeschichte erlaubt. Einen Höhepunkt des ersten Tages stellte aber sicher die Wanderung durch die Wimbachklamm dar: Tief eingeschnitten in den Fels, fließt hier der Wildbach donnernd in kurzer Abfolge durch verschiedenste Gesteinsformationen wie Rot- und Flaserkalke – ein optisch, aber auch akustisch beeindruckendes Erlebnis.

Nicht weniger spektakulär gestaltete sich der zweite Exkursionstag: Gesponsert vom Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums Vilshofen ging es mit der Seilbahn vom Ort Bergen hinauf auf den 1674 m hohen Hochfelln. Bei prächtigem Föhnwetter konnten die Vilshofener Geologen einen Blick genießen, der im Süden bis zum Großglockner und im Norden und Osten bis Landshut und zum Hinteren Bayerischen Wald reichte. Grandios und lehrreich zugleich, konnten wird doch von dort oben auf wunderbare Weise sehen, wie die Gletscher die Alpen und das Alpenvorland geprägt haben. Während die tief eingeschnittenen Trogtäler das Bild der Alpen dominieren, wird das Vorland von Zungenbeckenseen, Moränen und Schotterflächen dominiert. Wo, wenn nicht dort oben, lassen sich geographische und geologische Zusammenhänge anschaulich zeigen und erklären? Und dass dabei auch eine ordentliche Gipfelbrotzeit auf dem Hochfellnhaus auf dem Programm stehen musste, versteht sich von selbst.

So ging am Abend des zweiten Tages eine nicht nur sehr lehrreiche, sondern vor allem durch die Schönheit der Landschaft auch sehr beeindruckende Exkursion ihrem Ende zu, auf der allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst wurde, wie wertvoll und schützenswert unser Heimatraum ist.

StD Dr. Konrad Wieland

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