Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Aus dem Leben eines Klimamönchs: Journalist Edmund Brandner berichtet über sein Experiment, CO2 einzusparen

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Mittlerweile dürfte es jeder wissen: Wir alle müssen Kohlenstoffdioxid einsparen, wenn wir die Erwärmung unserer Erde begrenzen und das Klima schützen wollen. Nahezu alle Medien haben sich in den vergangenen Monaten dieses Themas auf verschiedene Weise angenommen, in der Öffentlichkeit wurde und wird kontrovers über Sinn, Effektivität, Kosten und Machbarkeit von Einsparungen diskutiert. Die Sorge um das Klima bewegt und rüttelt auf, sowohl Befürworter einer konsequenteren Umweltpolitik als auch Gegner. Einer, der schon vor einigen Jahren ein ganz persönliches Klima-Experiment gewagt hat, ist der Österreicher Edmund Brandner. Der Journalist versuchte in den Jahren 2010 und 2011, seinen individuellen CO2-Ausstoß von elf auf unter drei Tonnen pro Jahr zu senken, und in der vergangenen Woche war er am Gymnasium zu Gast, um den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe von seinen Erfahrungen zu berichten.

Deutschland und Österreich, so machte Brandner am Beginn seines Vortrags deutlich, seien zwar global gesehen nicht die Hauptemittenten von CO2, als Wirtschaftsnationen und Industrieländer würden sie aber dennoch große Mengen an CO2 ausstoßen und seien damit mitverantwortlich für die Klimaveränderungen. Kurze Zeit später ist Brandner aber dann schon bei seinem persönlichen Projekt und berichtet, wie er versucht hat, seinen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu minimieren. So habe er sein Auto verkauft und sei seitdem mit dem Rad gefahren, habe auf Flugreisen weitgehend verzichtet und sei stattdessen mit der Bahn in den Urlaub gefahren. Aber auch beim Essen habe er sich umgestellt: Er aß kaum noch Fleisch, achtete beim Einkauf auf saisonale und regionale Produkte und baute auch selbst Gemüse an. Zudem versuchte er in dieser Zeit, möglichst wenige Güter neu zu kaufen, sondern reparierte vieles. Das Staunen seiner Mitmenschen, so berichtete der Journalist amüsiert, sei ihm dabei gewiss gewesen, allerdings habe er auch Spott und offene Ablehnung erlebt.

Obwohl Edmund Brandner darüber hinaus weitere Maßnahmen ausprobierte, zum Beispiel seinen Rasen auf dem Grundstück mit der Sense mähte anstatt mit dem Rasenmäher, gelang es ihm nicht, die Marke von 2,7 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr zu erreichen. Er landete nach eigenen Berechnungen bei etwa 3,5 Tonnen. Als Misserfolg wertet der Journalist seinen Selbstversuch dennoch nicht: „3,5 Tonnen, das ist meiner Meinung nach der Anteil, den jeder Mitbürger bei gegebenen Umständen und dem aktuellen technischen Stand leisten kann. Für ein besseres Ergebnis braucht es weitere technische Innovation“, führte er aus. Außerdem müssten natürlich die Großemittenten wie die Industrie, speziell die Autowirtschaft, ihren Beitrag leisten. Dann aber stünden die Chancen auf nachhaltige Verbesserungen nicht schlecht.

Vor allem eine Botschaft hatte der Österreicher am Ende noch für seine jungen Zuhörer: „Das Einsparen von CO2 bedeutet nicht, an Lebensqualität zu verlieren, ganz im Gegenteil!“ Das Leben werde entschleunigt und deutlich entspannter, wenn man nicht die ganze Zeit den Verlockungen hinterherhechle, welche die Konsumwelt anzubieten habe. Insofern könne das Einsparen von CO2 ein großes Plus an Lebenszufriedenheit sein.

StD Dr. Konrad Wieland und OStR Markus Peter

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