naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium.  

Das Geo-Seminar on tour - die Exkursion ins Chiemgau und ins Berchtesgadener Land

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„Im Gelände schlägt das Herz des Geographen.“ (Gregor Falk, 2012)

Unterricht wird besonders nachhaltig und lebendig, wenn Themen nicht nur im Klassenzimmer, sondern direkt vor Ort behandelt werden. Dies trifft im Besonderen auf das Fach Geographie zu, das die Welt mit ihren natürlichen und menschlichen Strukturen und Prozessen erlebbar machen möchte. In diesem Sinne hat sich das Studienseminar der Geographie vom 12. bis 14.07.2017 auf den Weg ins Chiemgauer und Berchtesgadener Land gemacht, um die geologischen Besonderheiten der Region zu entdecken.

Unser Weg führte uns am Mittwoch zunächst ins Naturkundemuseum in Siegsdorf. Dort erhielten wir einen ersten Eindruck von der eiszeitlichen Überformung des Alpenvorlandes im Chiemgau, welche vor ungefähr 10 000 Jahren endete. Die gewaltigen Eismassen des Chiemsee-, Prien- und Inngletschers prägten die Landschaft nachhaltig, sodass wir noch heute deren Spuren, beispielsweise in Form des Chiemsees, erkennen können. Neben den Skeletten eines Höhlenlöwens sowie eines Wollnashorns bildet das beeindruckende Mammut Rudi ein absolutes Highlight der Ausstellung.

Ziel des zweiten Tages war die Wimbachklamm nahe Ramsau im Berchtesgadener Land. Diese bildet eines von drei Tälern im Nationalpark Berchtesgaden und wird vom Watzmann- sowie vom Hochkalter-Massiv eingerahmt. Bei bedecktem Himmel führte der Weg dabei zunächst durch die eigentliche Klamm, wo die gewaltigen Kräfte des Wassers eindrucksvolle Oberflächenformen geschaffen haben. Den thematischen Schwerpunkt der Wanderung bildete die Entstehung der Ostalpen, welche uns Herr Wieland anschaulich näherbrachte. Über Jahrmillionen lagerten sich Sedimente, wie beispielsweise kleinste Muscheln am Grunde eines Urmeeres ab und verfestigten sich. Durch plattentektonische Vorgänge falteten und verkippten sich die Schichten. Somit unternahmen wir auf unserer Tour entlang der Klamm eine Reise durch die Erdzeitalter. Nach einer kurzen Pause am Wimbachschlössel, welches seinem Namen nicht unbedingt gerecht wird, überquerten wir eines der größten Schotterfelder Europas bis zur Wimbachgrieshütte. Nach insgesamt 16 km und 700 Höhenmetern kehrten wir erschöpft, aber glücklich in unsere Unterkunft nach Ruhpolding zurück und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Leider durchkreuzte das regnerische Wetter am Freitag unsere Pläne zur Erkundung des Hochfellen, einer eiszeitlichen Felsinsel. Daher trat Plan B in Kraft, der uns erneut in den Nationalpark Berchtesgaden brachte. Im „Haus der Berge“ erkundeten wir die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des regionalen Gebirgsraums. Dabei „durchwanderten“ wir die Höhenstufen vom Grund des Königssees bis zum Gipfel des Watzmanns. Bei dem gemeinsamen Mittagessen versteckte sich dieser jedoch hinter einer dicken grauen Wolkenwand, welche bereits den nächsten Regenschauer ankündigte.

Trotz des durchwachsenen Wetters erlebten wir als krönenden Abschluss unserer Seminarausbildung eine abwechslungs- und lehrreiche Exkursion, bei der der Spaß nicht zu kurz kam.

LAssin Katharina Stadler und LAssin Annelie Schulze

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