Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium  

Wenn Lehrer sich rücklings vom Tisch stürzen: "Pack ma's"-Fortbildung weiß zu begeistern

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Eine Lehrerin lässt sich rückwärts vom Tisch fallen – und das in die Arme ihrer Kolleginnen und Kollegen. Kein häufiges Bild, aber genauso spielte es sich ab, als sich kürzlich gut 20 Lehrerinnen und Lehrer am Gymnasium Vilshofen trafen, um an der Fortbildung „Pack ma’s“ teilzunehmen und den „Vertrauensfall“ einzuüben.

Pack ma’s – das ist ein Programm gegen Gewalt, Mobbing und Ausgrenzung, das vor längerer Zeit im Zuge der Vorkommnisse um Dominik Brunner entwickelt wurde, der in München zu Tode getreten wurde, weil er Zivilcourage zeigte und nicht wegschaute. Breits seit 2015 hat es im Schulkalender des Gymnasiums Vilshofen seinen festen Platz und wird in den 6. Klassen durchgeführt. Lehrer aus verschiedenen Schulen und mehrere Sozialpädagogen nahmen nun die Gelegenheit wahr, um am Gymnasium im Rahmen einer zweitägigen Fortbildung die dafür nötigen Inhalte und Rollenspiele zu erlernen.

Die beiden Referenten Ralph Kappelmeier und Anja Leimkugel, beide Polizisten im Großraum München, sind dabei echte Profis: Seit vielen Jahren gehen sie mit ihrem Programm an die Schulen und arbeiten mit Lehrern zusammen. Berührungsängste gab es daher nicht. Stattdessen stand die Wertschätzung des anderen im Mittelpunkt der Übungen. Nur so könne man offen auf den anderen zugehen und ihn als Menschen mit eigener Meinung und eigenen Interessen annehmen, betonten die Kriminalbeamten. In dieser Stimmung wurden dann Rollen gespielt, wurde auf Stühle gestiegen, um Gruppenaufgaben zu erledigen, und Regeln für eine gelungene Gemeinschaft formuliert. Referenten und Teilnehmer hatten sichtlich Spaß an der Sache. Nebenbei konnte man auch viel Wissenswertes über den Schutz der eigenen Person erfahren: Das Tragen von Waffen erhöht die eigene Sicherheit beispielsweise nicht, sie gefährdet den Träger sogar, wie verschiedene Statistiken beweisen. Ohne Messer lebt es sich also bedeutend gesünder.

Ausgestattet mit diesen neuen Kompetenzen wird es nun Aufgabe der Teilnehmer sein, das Präventionsprojekt an ihren Schulen durchzuführen. Wie schütze ich mich effektiv vor Gewalt? Wie kann ich anderen helfen? Was kann ich zu einer guten Klassengemeinschaft beitragen? – Mit diesen Fragen sollen nun die Kinder und Jugendlichen konfrontiert werden, denn wer weiß, wie er mit Konflikten und Ängsten umgehen muss, ist deutlich weniger anfällig, Täter oder Opfer zu werden. Finanziert wird dieses nachhaltige Programm von der Dominik-Brunner-Stiftung sowie vom BLLV. Die teilnehmenden Schulen dürfen indes darauf hoffen, sich künftig mit dem Logo einer "Schule gegen Gewalt" schmücken zu dürfen.

OStRin Elisabeth Helm

Gymnasium Vilshofen

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