naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium.

Mehr als ein tragisches Stück: Aufklärung über Bulimie

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Schicksale gehen bekanntlich oft unter die Haut. Und eines dieser Schicksale stand im Mittelpunkt eines Informationsvortrags zum Thema "Bulimie", der für die 10. Klassen stattfand. Die Psychologiestudentin Karin, so wurde sie den Schülerinnen und Schülern vorgestellt, trug dabei zunächst allgemeine Fakten über die Erkrankung vor, um dann auch Einblick in ihr eigenes Leben zu geben: Sie litt einerseits selbst unter Bulimie, verlor aber auch ihre Schwester, die am Ende keinen andere Ausweg aus der Krankheit mehr sah, als sich selbst das Leben zu nehmen. Was die Schüler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Der Vortrag selbst war Teil eines Theaterstücks, und die vortragende Karin ist in Wirklichkeit die Schauspielerin Michaela Martin vom Theater an der Rott in Eggenfelden. Sie nutzt diese Form der Präventionsarbeit schon länger, um auf eindringliche Weise auf die Ursachen, Anzeichen und vor allem Folgen von Bulimie aufmerksam zu machen und kam auf Einladung von OStRin Birgit Weber bereits zum wiederholten Male an unser Gymnasium. Ein Blick in die Runde machte deutlich, dass die Pennäler von dieser Art der Wissensvermittlung äußerst angetan waren und gleichzeitig betonten, die Folgen dieser Erkrankung nun erst richtig einschätzen zu können.

Der Handlungsplot, also sozusagen das Drehbuch hinter dem Theaterstück, erwies sich dabei als besonders effektvoll. Die Hauptfigur Karin erzählt, nachdem sie erste Informationen zur Erkrankung preisgegeben hat, scheinbar beiläufig von ihrer Familie: Ihrer Mutter, die immer Diät macht, ihrem Vater, der beleidigende Witze über die Figur seiner Töchter reißt, und über die kleine Schwester Anna. Beide Mädchen ändern ihr komplettes Essverhalten, haben oft Hunger, nachts besonders auf Schokolade. Schließlich verlässt Karin die Familie wegen ihres Psychologiestudiums. Ihr wird die eigene Bulimie-Erkrankung bewusst und sie unternimmt schließlich etwas dagegen. Die kleine Schwester Anna hingegen gerät unaufhaltsam in einen Strudel von Fressattacken und Würgen. An Weihnachten trifft sich die Familie, Anna bricht komplett zusammen und kommt in eine Klinik. Nach einem Heimatbesuch macht sie sich auf den Weg zurück in die Klinik, wartet allein am Bahnhof und wirft sich letztendlich vor einen einfahrenden Zug.

Nach der Aufklärung der Schüler über die tatsächlichen Sachverhalte wies Michaela Martin auch auf einige psychologische Tricks hin, welche die Wirkung des Stücks auf den Zuschauer verstärken. Ihre Kleiderwahl gehörte beispielsweise dazu. Außerdem gab sie Informationen zu Hilfsangeboten für Betroffene in Vilshofen und Umgebung. So sorgte dieser ganz andere Unterricht einerseits für Abwechslung im Schulalltag, andererseits sensibilisierte er aber für eine heimtückische Erkrankung und eine zentrale Erkenntnis: Das wirkliche Leben ist kein Theaterstück!   

OStRin Birgit Weber

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