naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium.

Schweinebraten und Schwiegertöchter in spe - Schüler aus Frankreich besuchen das Gymnasium zum vierten Mal

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„Da fährt jetzt meine Schwiegertochter in spe davon“, meinte ein Vater mit einem lachenden und einem weinenden Auge, als der Bus mit den 26 französischen Schülern zur nächtlichen Heimreise nach Bourg-en-Bresse im südöstlichen Frankreich aufbrach. Wehmütig waren aber auch einige andere Eltern des Gymnasiums Vilshofen, denen ihr jugendlicher Gast im Laufe des einwöchigen Schüleraustausches ans Herz gewachsen war. Lehrreich war die Zeit auf jeden Fall für die deutschen und vor allem für die französischen Schüler, so dass der Wunsch von Schulleiter Stefan Winter bei seiner Begrüßungsrede auf jeden Fall in Erfüllung gegangen ist, hatte er für die Gäste doch jede Menge interessanter Begegnungen und Erfahrungen erhofft.

Die gab es in der Schule bei den Unterrichtsbesuchen, wo die Franzosen in die verschiedenen Fächer hineinschnupperten. Besonders spannend fanden sie Religion, das in Frankreichs Schulen nicht zu finden ist. „In Deutschland ist eine Stunde immer gleich vorbei. Das ist super!“, kommentierte ein französischer Jugendlicher den 45-Minuten-Takt. „Ja, und die Pause mit den Brezeln und den Leberkässemmeln ist auch toll!“, meinte ein anderer, während ein dritter seine von der Gastmutter hergerichtete Brotzeit bis auf den Müsliriegel herschenkte, weil er keinen Hunger hatte. „Französische Schüler essen erst wieder am Mittag etwas in der Kantine“, entschuldigte er sich. Landeskundliche und sprachliche Erfahrungen wurden aber auch während der Ausflüge nach Passau, Salzburg, München oder in den Bayerischen Wald gesammelt. Ein Höhepunkt für die Franzosen war der Besuch der Allianz-Arena in München oder das Erstellen eines „Passauer Tölpels“ aus Marzipan nach der Stadtführung in Passau. Eine wesentliche positive Begleiterscheinung bei diesen Fahrten waren das gegenseitige Kennenlernen und das Testen der eigenen Sprachkenntnisse. Da wurde Deutsch und Französisch lustig gemischt und hin und wieder musste auch mal das Englische herhalten. So wurde bei den meisten die Verständigung im Laufe der Woche immer ungehemmter und flüssiger. Dass die Franzosen „Oachkatzlschwoaf“ und andere Finessen der bayerischen Sprache lernen mussten, versteht sich dabei von selbst.

Ein einmaliges Erlebnis war aber der Aufenthalt in den Familien, die Schweinebraten, Schnitzel und Spinatknödel auftischten und alles dafür taten, dass sich die zum Teil etwas schüchternen Gäste wohlfühlten, „auch wenn es in der Früh, wenn alle aus dem Haus müssen, ein gscheiter Stress war.“ Trotz allem ist diese Mutter sehr dafür, dass auch ihr Jüngerer am Austausch teilnehmen wird. So wie dieses Mal schon sein großer Bruder. Und während die Eltern und Geschwister nach dieser Woche die jungen Franzosen verabschieden mussten, freuen sich die am Austausch teilnehmenden Neuntklassler des Gymnasiums nun auf ihren Gegenbesuch in Bourg-en-Bresse in vier Wochen, wo sie sicher ebenso ihre - hoffentlich positiven - Erfahrungen sammeln werden. Und wer weiß... Vielleicht findet der Sohn ja auch noch für seinen Vater die gewünschte Schwiegertochter in spe.

StDin Dominique Quaß-Klier

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